Der Utzberger Hof

Zum Museumsensemble „Utzberger Hof“ gehören drei Gebäude: das Wohnstallhaus Hertel, die Scheue aus Eischleben und die Obstdarre aus Utzberg.

Das Wohnstallhaus Hertel aus Utzberg (Kreis Weimarer Land) von 1683 ist das einzige Lehmweller-Gebäude in einem deutschen Freilichtmuseum. Das Haus hatte ursprünglich vier Wellerwände, die an ihrer Basis 50 cm dicke sind. Später wurde allerdings die Hofseite in Fachwerk ersetzt.

Lehmwellergebäude waren vor allem in holzarmen Gegenden verbreitet, da bei dieser Bauweise für den Bau der Wände nur Lehm und Stroh benötigt wurden. Diese beiden Materialien werden miteinander vermischt. Aus dieser Masse werden große „Brote“ geformt, die dann schichtweise aufeinandergesetzt werden, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. 
Auf Grund seiner Bauweise musste der Hauskörper im Ganzen umgesetzt werden. Deshalb wurde das Haus in drei Teile getrennt: Keller, Hauskörper und Dach und so auf einem Tieflader nach Hohenfelden gebracht.

 

Die kleine Scheune des Hofes wurde Ende des 17. Jahrhunderts in Eischleben (Ilmkreis) erbaut. Wir zeigen in ihr eine Dauerausstellung zum Thema „Holz“. So ist im Erdgeschoss die Stellmacherei aus Merxleben wieder eingerichtet. Im Dachgeschoss sind u.a. Dach-Modelle und eine Türen-Sammlung zu sehen. 

 

Die Obstdarre, 1844 gebaut, stammt ebenfalls von einem Hof aus Utzberg. Obstdarren dienten dazu, das geerntete Obst durch Trocknen haltbar zu machen. Dafür gibt es in der Darre einen großen Ofen mit Trockenhorden. Auf diese wurde das Darrgut – Pflaumen oder Apfelscheiben – gelegt. Heiße Luft umströmte die Horden und trocknete das Obst. Mit der Erfindung anderer Möglichkeiten zur Haltbarmachung von Obst verloren die Darren ihre Funktion und wurden umgenutzt oder abgerissen.