Das Hirtenhaus wurde im Ganzen transloziert

Wie Gebäude ins Museum kommen

Immer wieder werden uns Häuser zur Umsetzung angeboten, für die es in ihrem Heimatort keine Zukunft gibt. Häuser, die eine interessante Familiengeschichte haben oder eine besondere bauhistorische Bedeutung, können wir manchmal durch eine Umsetzung in unser Museum retten. 

Voraussetzung für eine Umsetzung ist eine genaue Dokumentation. Die Gebäude werden vermessen, gezeichnet und fotografiert. Außerdem wird die Bewohnergeschichte erforscht. Für den Wiederaufbau müssen wir immer entscheiden, welche Zeit aus der Hausgeschichte wir zeigen wollen. Die meisten Häuser wurden von mehreren Generationen genutzt und jeder Hausbesitzer hat das Haus verändert und seinen Vorstellungen angepasst. 

Wohnhäuser und Werkstätten werden heute in der Regel in großen Teilen oder vielleicht sogar im Ganzen umgesetzt. So gelangen alle Spuren, die die ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner hinterlassen haben, mit ins Museum. Das kann die Tapete an den Wänden sein oder eine handschriftliche Notiz auf einem Balken am Dach. Wir wollen so viel Originales bewahren wie möglich. Ein besonderer Glücksfall für uns ist es, wenn wir auch Möbel, Werkzeuge oder Fotos übernehmen können.

In den Anfangszeiten der Freilichtmuseen wurden von den Gebäuden dagegen nur  Balken und Steine geborgen. Das ist heute nur noch bei Scheunen und kleineren Nebengebäuden üblich.  

Im Museum werden die Gebäude wiederaufgebaut und restauriert. Manchmal müssen sie eine zusätzliche Ausstattung erhalten, damit unsere Gäste sich sicher im Haus bewegen können. Das kann bspw. ein neues Geländer oder elektrische Beleuchtung sein. 
Bei einigen unserer Häuser gibt es sogar noch Zeitzeugen, die uns erzählen können, wie sie oder ihre Vorfahren in diesem Haus gelebt haben. In anderen Fällen richten wir die Gebäude nach alten Fotos und/oder Dokumenten wieder ein.