Das letzte Behelfsheim aus Angelhausen
Historisches Gebäude aus Angelhausen soll bewahrt und künftig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden
Hohenfelden / Angelhausen – Das vermutlich letzte erhaltene Behelfsheim Thüringens wird seit heute in Angelhausen abgebaut und in das Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden umgesetzt.
Behelfsheime wurden vor allem in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs errichtet, um Ausgebombten eine notdürftige Unterkunft zu bieten. Während meist nur wenige Gebäude an einem Standort entstanden, wurden in Angelhausen insgesamt 22 solcher Heime gebaut. Es handelte sich um Doppelhäuser, die jeweils zwei Familien beherbergten.
Die Bauweise war einfach: In aufgerichtete Holzständer wurden Platten aus mit Holzspänen vermischtem Beton eingeschoben, auch das Dach bestand aus diesem Material. Die Unterkünfte boten nur das Nötigste. Ein größerer Raum diente gleichzeitig als Wohn- und Kochbereich, ein kleiner Raum als Schlafstätte. Möbel waren nicht vorhanden, Wasser musste von einem entfernten Brunnen geholt werden, und auch Strom stand nicht zur Verfügung.
Ein besonderer Glücksfall für das Museum ist, dass mit Herrn Igel ein Zeitzeuge lebt, der 1945 als Jugendlicher mit seinen Eltern in ein solches Behelfsheim einzog und aus eigener Erfahrung berichten kann. Ebenso günstig ist der Umstand, dass das Gebäude zuletzt als Gartenhaus genutzt wurde und sich daher weitgehend im Originalzustand erhalten hat.
Zunächst wird das Haus auf dem Gelände des Thüringer Freilichtmuseums eingelagert. Ob ein Wiederaufbau erfolgt, hängt davon ab, ob im Jahr 2026 entsprechende Fördermittel bereitgestellt werden.

